Auktion: 298 / Seitenwege der deutschen Avantgarde am 05.12.2005 Lot 33

 
Erwin Hahs - Presto


33
Erwin Hahs
Presto, 1930.
Öl
Schätzung:
€ 1.500
Ergebnis:
€ 2.856

(inkl. Käuferaufgeld)

Presto
Öl , Emaillelack, Klarlack, 1930
Reimer 170. Rechts unten signiert und datiert. Verso hs. betitelt. Auf bräunlichem Papier mit perforierter oberer Blattkante 58,7 x 44 cm ( 23,1 x 17,3 in), blattgroß.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers. [LB]

LITERATUR: Erwin Hahs, Lackbilder, Ausst.Kat. Galerie und Kunstverein Talstrasse, Halle (Saale), 14. Oktober - 14. November 1999, S. 94 (mit Farbtafel auf S. 64).

Erwin Hahs beginnt nach einer Lehre als Dekorationsmaler 1911 ein Studium der Malerei am Berliner Königlichen Kunstgewerbemuseum und wird nach Kriegsende an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule der Stadt Halle berufen, an der er von 1922 an richtungsweisend als Professor lehrt. Er steht in intensivem Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten und ist vor allem den Bauhaus-Künstlern Walter Gropius, Fritz Winter und László Moholy-Nagy freundschaftlich verbunden. Anfang der 1920er Jahre wandelt sich seine expressive Ausdrucksweise in eine ruhigere Formensprache und mündet in einen künstlerischen Stil, der sich bis zu seinem Lebensende zwischen den Polen von expressiv-realistischer und abstrakter Malerei bewegt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen seine Lackarbeiten auf Papier, die aus dem experimentellen Umgang mit ungewöhnlichen Materialien und Techniken während der 1920er Jahre hervorgehen.
Hahs' progressive Kunstanschauung trifft nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten auf Ablehnung. 1933 wird er aus dem Lehrdienst entlassen, seine Werke werden als entartet verfemt. Erst 1946 kann Erwin Hahs seine Unterrichtstätigkeit in Halle an der Burg Giebichenstein wieder aufnehmen.
Zweifellos gehört der Künstler zu den bemerkenswerten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die in charaktervoller Weise dessen "Handschrift" mitgeprägt haben.




33
Erwin Hahs
Presto, 1930.
Öl
Schätzung:
€ 1.500
Ergebnis:
€ 2.856

(inkl. Käuferaufgeld)